Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Markt Schwaben

Feuer war zu allen Zeiten ein gefürchtetes Element,
um so gefürchteter, je hilfloser die Menschen ihm gegenüberstanden.

Feuer und Feuerabwehr, ein Problem der Menschen seit es feste Siedlungen gibt. Die arg beschränkten Möglichkeiten der Feuerabwehr ließen es zunächst ratsam erscheinen, das Hauptaugenmerk auf die Feuerverhütung zu legen. Die ältesten„ Vorschriften“ zur Feuerverhütung finden sich bereits in karolingischer Zeit (8./9. Jh.), die festlegen, dass die Feuerstellen nach dem Abendläuten abzudecken sind. Die Regularien über den Umgang mit Feuer rissen von da an nicht mehr ab. Der Schutz von Hab und Gut war überlebenswichtig, und kein Herrschender versäumte es fortan, Verordnungen zur Verhütung von Feuer, sog. „Feuerordnungen“ zu erlassen. In der Zeit des 12.-14. Jh. gibt es bereits Vorschriften über den Bau von Feuerungsanlagen (z.B. mussten Kamine aus Stein gemauert sein). Vor allem das Heranwachsen von Städten erforderte immer wieder neue Feuerschutzverordnungen.

Der Heimatpfleger Markus Krammer beschreibt ausführlich in der SZ vom 24./25. Juli 1993 die „Feuerlöschordnung von Ebersberg“ des Jahres 1822.

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In der Chronik der Feuerwehr Markt Schwaben befinden sich aus dem Gründungsjahr 1872 der Schwabener Wehr drei „Königlich allerhöchste Verordnungen, die Verhütung von Feuergefahren betreffend“ von König Max II. u. König Ludwig II, die im „Wochenblatt für den Amtsbezirk Ebersberg“ veröffentlicht worden waren. Dass darin noch die Rede von „Fackeln, Wandlichtern, Pechkränzen und Leuchtpfannen“ ist, lässt ahnen, wie hoch die Gefahr von Bränden anzusetzen war.

Langsam erst entwickelten sich die Möglichkeiten zur Feuerbekämpfung. Für „Schwaben“ geht die erste Kunde über die örtliche Feuerbekämpfung aus der Ortschronik des Bürgermeister Heilmaier hervor. Demnach hatte, aufgrund einer Anordnung des Churfürstl. Ministeriums des Innern von 1691, jeder neu aufgenommene Bürger in der Gemeinde für einen ledernen Feuerkübel aufzukommen.

Diese Chronik enthält zudem eine Aufstellung der Feuerlöschgeräte aus dem Jahre 1675:

  • 70 lederne Feuereimer
  • 4 einfache Leitern
  • 1 doppelte Leiter
  • 3 kleine Feuerhaken

So ungefähr kann man sich auch die „Ausrüstung“ vorstellen, die beim großen Brand in Schwaben – 1749 – zur Verfügung stand, bei dem im Ortszentrum 33 Anwesen, 2 Stadel und 1 Stall dem Feuer zum Opfer fielen, und wovon noch zwei Votivtafeln Kunde geben.

Die erste „Löschmaschine“ wurde 1794 um 275 ff (Gulden) beschafft. Es handelte sich hierbei um eine kupferne Feuerspritze vom Kupferschmied Arnold in Erding „auf einem Wagen mit vier Rädern“. Dazu liegt von Martin Haydn, „Bürgerl. Ghts. Maurermeister zu Schwaben“, eine Rechnung vom 20. Sept. 1795 vor, wonach er 29 fl (Gulden) und 54 Kr. (Kreuzer) „auf Herstellen einer Feuer-Remihs unter daß Rathauß zur Verwahrung und Sicherheit der neuen Feuerspritzen“ dem „Churfürstl. Löbl. Rathauß zu Schwaben“ in Rechnung stellt. Diese Löschmaschine ist noch 1811 im „Requisitenverzeichnis“ aufgeführt.

1883 erscheint sie nochmals im Feuerwehrinventarverzeichnis als „eine große, vierrädrige Druckspritze“. Die Bezeichnung „Druckspritze“ sagt uns, dass der Wasserbehälter dieser Spritze noch mit Hilfe von Löscheimern aufgefüllt werden musste, die von einer Wasserstelle aus durch eine Menschenkette von Hand zu Hand weitergereicht worden sind.

Eine „abprotzbare Druckspritze vom Distrikt“ ist 1883 ebenfalls aufgeführt.

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Erst 1896 ist der Kauf einer „Braunschen“ Saug-(!) und Druckspritze nebst „Normalgewinde“ um 1.800 Mark (Goldmark) feststellbar, wobei die Kosten dafür aus dem Überschuss der Lokalmalz- und Bieraufschlagskasse bestritten wurden.
Häufig ist in alten Aufschreibungen von solcher Finanzierung der Feuerlöschausrüstung zu lesen, die nicht unbedingt auf Gegenliebe gestoßen sein mag.

1925 entschloss man sich zum Kauf einer Motorspritze von MAGIRUS. Damit war der Schritt, weg von der Muskelkraft, hin zur modernen Technik, vollzogen. Schon ihr erster Einsatz stand unter keinem guten Stern. Sie fror im selben Winter bei einem Brand in der Wolfmühle (jetzt Löffelmühle) mitsamt den Schläuchen ein. Ihr Schicksal war es auch, noch im Bombenkrieg in München eingesetzt zu werden und diese Einsätze ziemlich lädiert zu überstehen. Trotzdem versah sie noch ihren Dienst als Anhängerspritze, bis 1958 durch ein Tanklöschfahrzeug des Landkreises, MAGIRUS TLF 16, ihre Ablösung erfolgen konnte. Bis zum heutigen Stand der Ausrüstung war aber noch ein langer Weg, auf den später eingegangen werden soll.

Die modernen Feuerwehren entstehen

Hilfe in Feuersnot war bis in die früheste Siedlungsgeschichte hinein eine selbstverständliche Notwendigkeit. Jeder, der in der Dorfgemeinschaft dazu in der Lage war, griff zu, schon aus eigenem Interesse, um ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern. An eine bestimmte »Ausrüstung“ des Helfers in Bezug auf Anzug oder Gerät war dabei natürlich nicht zu denken. Anders in den sich bildenden Städten. Dort gab es bereits so etwas wie eine „Organisation“, die bei Bränden eingesetzt werden konnte. Es gab Löschgilden, Brandgilden oder Löschcorps, zu denen die Angehörigen der Handwerkerzünfte, die dem Bauhandwerk in irgendeiner Weise verbunden waren, verpflichtet wurden. Bis in das 17. Jh. hinein entstand so in fast allen Städten Mitteleuropas schon eine Art „Pflichtfeuerwehr“. In den Städten waren auch allmählich die Zeiten vorbei, in denen die Nachtwächter oder die Türmer bei „Feuersnot“ Alarm zu geben hatten, und der Turmwächter seine Fahne am Turm in die Richtung zu hängen hatte, in der er den Brand sehen konnte. Zunächst wurden bezahlte Feuerwachdienste geschaffen. Reiche Städte organisierten bereits fest besoldete Löschmannschaften.

Im 18. Jh. begannen dann die Versuche, in den Städten einen wirkungsvolleren Löschdienst aufzustellen. 1842 brannte der Stadtkern von Hamburg zu 2/3 nieder. Durch solcherlei Alarmwirkung beschleunigt, setzte bald darauf eine Gründungswelle von Feuerwehren moderner Prägung ein, die z. T. schon mit den neu erfundenen Dampfspritzen ausgerüstet waren. Die überall entstehenden Feuerwehren schlossen sich bald zu Landesverbänden zusammen.

Den Anfang machte Württemberg, nachdem der Ulmer Fw.-Kommandant C.D. MAGIRUS die Vorstände aller Feuerwehren zu einer ersten Zusammenkunft (1853) eingeladen hatte. Lediglich von 10 Feuerwehren fanden sich Vertreter ein.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Schwaben (die offizielle Bezeichnung „’Markt Schwaben“ erhielt der Ort erst mit Innenministeriums-Verfügung von 1922) erfolgte am 18. Februar 1872.
Kurz zuvor war der deutsch-französische Krieg, der „Siebziger Krieg“, zu Ende gegangen. Kaiser Wilhelm I. hatte mit seinem Kanzler Bismarck die Macht im Reich übernommen. In Bayern regierte noch ein Monarch aus dem Hause Wittelsbach, König Ludwig II. Nur vier Jahre später sollte sein Leben auf tragische Weise im Starnberger See enden.

Unter dieser politischen Konstellation verteilte der Landesausschuss der bayerischen Feuerwehren ein Flugblatt an die Gemeinden, das als Anleitung zur Errichtung von Freiwilligen Feuerwehren dienen sollte. Dazu kam 1871 ein Aufruf vom kgl. Bezirksamt Ebersberg, binnen dreier Tage den Bestand der Feuerlöschordnungen, Löschmaschinen und Geräte etc. zu melden. Welche Meldung von Schwaben an das kgl. Bezirksamt gegeben wurde, ist nicht feststellbar.

Jedoch dürften solcherlei Einflüsse von außen der Anstoß gewesen sein, dass sich unter dem 1. Vorstand und Organisator, Bürgermeister Heilmaier, Männer zusammentaten, die dann eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben riefen.

Die „Männer der ersten Stunde“ sind uns noch in der „Stammliste der Freiwilligen Feuerwehr“, dem ersten Mitgliederverzeichnis, erhalten geblieben, wobei der „Handelsmann“ Joseph Heilmaier als Nr. 1 das Verzeichnis anführt. Weitere 44 Schwabener Bürger sind unter diesem Datum als Mitglieder eingetragen. Die Ortschronik von Bürgermeister Heilmaier spricht allerdings von 52 aktiven und 21 passiven Mitgliedern bei der Gründung. Bei einer Anzahl von vielleicht 150 Anwesen ein stolzer Anfang. Zwei Jahre später war Schwaben auch schon „Stützpunktfeuerwehr“

als „Hauptort des Feuerlöschbezirks“ mit den ihm zugeteilten Gemeinden Ottenhofen, Gelting und Pliening. Oberneuching war zur Nachbarschaftshilfe bei größeren Bränden verpflichtet.

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1873 besteht der Ausschuss des Fw.-Verbandes aus den Schwabenern:

  • Bürgermeister Heilmaier, Vorsitzender
  • Maurermeister Haydn, Ersatzmann
  • Kaminkehrer Kickinger, Schriftführer
  • Sattlermeister Huber, Ersatzmann

In der „Bekanntmachung für den Amtsbezirk Ebersberg“ vom 28. Juli 1872 heißt es dazu: „Die der Feuerwehr clip_image005beitretenden Männer werden verzeichnet und geloben dem Vorstande durch Handschlag Eifer und Opferwilligkeit“.

1946, nach dem Krieg, wurde die Erklärung dann durch „eigenhändige Unterschrift“ abgegeben, mit dem Zusatz: „… und unterwerfen wir uns heute den durch den Bürgermeister gegebenen Weisungen, wie auch in der Folgezeit des Kommandanten und Vorstandes der Wehr“.

Nun war in Schwaben der Anfang einer aktiven Feuertruppe geschaffen. Ihre Kommandanten waren:

  • Kaufmann Michael Kaempfel von 1872 bis 1879 (Gründungskommandant)
  • Guts- u. Brauereibesitzer Joseph Bonschab von 1879 bis 1891 (in der gleichen Zeit Bezirksvertreter, 1889 wurden ihm zu Inspektionen zugewiesen die Freiwilligen- und Pflichtfeuerwehren Anzing, Hohenlinden, Pöring und Poing)
  • Guts- u. Brauereibesitzer Matthias Brenner von 1891 bis 1912 (ab 1901 ist er Bezirksfw.-Ausschußmitglied,1933 wurde ihm als Bezirksbrandinspektor vom Landesfeuerwehrverband das Landes-Ehrenkreuz verliehen, das bis dahin noch niemand im Bezirk Ebersberg bekommen hatte)
  • Kaufmann Hubert Stacheter von 1912 bis 1922 ab 1935 als Bez.-Brandmeister und ab 1937 als Bez.-Oberbrandmeister
  • Mechanikermeister Joseph Weindl von 1922 bis 1934 (auch Bez.-Ausschussmitglied), war von 1919 bis zur Wahl als Kommandant, Spritzen-Zugführer
  • Glasermeister Georg Wurm von 1935 bis 1939 (ab 1947 Kreisbrandmeister)
  • Bezirksstraßenwärter Martin Mendl von 1940 bis 1942 (als „Wehrführer“ war er zugleich „Obertruppführer“ der Feuerwehr-Hitlerjugend)
  • Mechanikermeister Georg Weindl von 1943 bis 1948 (seit 1925 „Motorführer“ für die eingangs erwähnte Motorspritze)
  • Schmiedemeister Anton Wagner von 1948 bis 1967 (ab 1963 stellv. Kreisbrandinspektor/ 1971 Kreisbrandinspektor/ 1974 Kreisbrandrat)
  • Kaufmann Heinrich Schmitt von 1967 bis 1982 (im gleichen Zeitraum Kreisbrandmeister)
  • Elektromeister Sepp Bacher von 1982 bis 1990 (Initiator von Funktisch und Funkmeldung)
  • Holzkaufmann Christian Krumay von 1990 bis Ende 2001 (vorzeitiger Rücktritt)
  • Elektroingenieur Michael Stolze 2002 bis Juli 2003 (Wegzug aus Markt Schwaben)
  • Schreiner Peter Wierer seit August 2003
  • Berufsfeuerwehrmann Christian Hankofer (seit Juli 2015)
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Michael Kaempfel
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Joseph Bonschab
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Matthias Brenner
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Hubert Stacheter
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Joseph Weindl
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Georg Wurm
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Martin Mendl
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Georg Weindl
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Anton Wagner
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Heinrich Schmitt
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Sepp Bacher
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Christian Krumay
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Michael Stolze
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Christian Hankofer
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Peter Wierer

 

Die technische Ausrüstung

in der Feuerbekämpfung verbesserte sich im Verlauf der Jahre mehr und mehr. So konnte es nicht ausbleiben, dass auch die Technik der Schwabener Wehr immer wieder auf den neuesten Stand gebracht wurde. Der Bestand an Motorspritzen wurde eingangs bereits kurz aufgezeigt. Es würde zu weit führen, die in der Chronik festgehaltenen Gerätebeschaffungen hier zu übernehmen. Sie sollen nur in einem kurzen Abriss aufgezeigt sein.

Die 1925 gekaufte Motorspritze war eine Anhängerspritze. Deshalb stellt Kommandant Brenner 1926 in einer Meldung an den Landesverband fest: „Zur Beschaffung wäre eine fahrbare Motorspritze mit Mannschaftswagen (Automobilspritze) notwendig. Dadurch würden 2 – 3 Handspritzen für die Landgemeinden entbehrlich, diese sind noch in tadellosem Zustand“. In der gleichen Meldung berichtet er, dass die Alarmierung im Ort durch Glocken und Horn erfolgt.

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1937 weist das Bestandsverzeichnis einen Mannschaftswagen aus, der offenbar als Zugfahrzeug für die obengenannte Spritze diente. 1947 sind als Bestand 2 Motorspritzen erwähnt und 1 neuer Feuerwehrwagen Mercedes-Benz Typ L 3750, Bi. 1940.

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1958 kam ein Tanklöschfahrzeug, MAGIRUS TLF16, des Landkreises nach Markt Schwaben, weil das alte Fahrzeug nicht mehr einsatzfähig war. Zu diesem Fahrzeug kam 1960 noch der Pulverlöschanhänger P250.

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1962 erscheint in einer Bestandsaufstellung 1 Opel-Blitz mit Vorbaupumpe und Zubehör als Gruppenfahrzeug-Kauf: 21. November. Am 14. August war bereits eine „Ziegler-Tragkraftspritze TS 8″ gekauft worden.

1980 wird ein neues LF 8 von Magirus in Ulm abgeholt, das noch in Gebrauch ist. 1985 wird der Fuhrpark der FFW Markt Schwaben um ein Tanklöschfahrzeug TLF16 ergänzt.

Das Hauptaufgabengebiet der Feuerwehr hat sich in den letzten Jahren zunehmend verändert. Jetzt ist es nicht nur mehr die Brandbekämpfung wozu damals die „Feuerwehr“ gegründet wurde. In heutiger Zeit besteht ein Großteil der Einsätze im Bereich der technischen Hilfeleistung.

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Aufgrund der stark zugenommenen Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen im gesamten nördlichen Landkreis wurde 1981 ein gebrauchter Mercedes Kastenwagen in Eigenregie zu einem Gerätewagen umgebaut.

Im Laufe der Zeit wurden die zur Erfüllung der Aufgaben notwendigen Geräte und Ausrüstungen immer umfangreicher. Auch die geänderten Anforderungen in Bezug auf Gefahrgutunfälle erforderten immer reichhaltigere Ausrüstungen. Daher wurde 1992 der RW 2 (Rüstwagen) beschafft. Die Einsätze auf dem Gebiet der technischen Hilfeleistungen gehen von Kleineinsätzen,

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wie z.B. Ölspuren beseitigen, Wohnungsöffnungen für Rettungsdienst und Polizei, bis hin zu Hilfeleistungen bei Arbeitsunfällen (Hilfe bei der Rettung eingeklemmter oder abgestürzter Personen). Auch mit den für die in den letzten 10 Jahren zugenommenen „Sturm- und Hochwasserkatastrophen“ erforderlichen Geräten ist dieses Fahrzeug ausgerüstet (z.B. Motorsägen, Seilwinde uvm).

Durch einen gebrauchten Stapler, der von der Firma Herbert Hofmann gespendet wurde, konnte der Fahrzeugpark der FFW erweitert werden. Dieser und auch sein Nachfolger, der 2001 von der Brauerei Schweiger kam, erfüllt seinen Dienst beim Auf-/Abladen von gefüllten Paletten mit Sandsäcken im Katastrophenfall, wie auch bei Anlieferung schweren Materials und Aufräumarbeiten nach Festlichkeiten.

Vom Schwabener Autohaus Amato wurde der Feuerwehr ein gebrauchter Citroen Jumpy angeboten, der von den Mitgliedern der Feuerwehr in vielen arbeitsreichen Stunden zu einem Kommandowagen für den Einsatzleiter selbst umgebaut. Er dient als Vorausfahrzeug bei Einsätzen und im Alltag zu Besorgungsfahrten für den hauptamtlichen Gerätewart.

Bei der Neuanschaffung Anfang 2005 handelte es sich um einen Versorgungs-Lkw mit Hebebühne. Der Lastwagen ist ein Universalfahrzeug für den Gerätetransport. Dieser musste seine Tauglichkeit schon kurz nach seinem Eintreffen in Markt Schwaben bei den Einsätzen in den Hochwassergebieten (Lkr. Erding, Freising, Mühldorf und auch in Garmisch Partenkirchen) beweisen und hat sich schon in anderen Situationen oft bezahlt gemacht.

Um die technische Ausrüstung der Schwabener Feuerwehr auch weiterhin auf dem neuesten Stand zu halten, wurde für das bereits 27jährige LF8 im November 2007 ein HLF 16 (Hilfeleistungs-Löschfahrzeug) beschafft. Dieses Fahrzeug wurde mit einem neuen hydraulischen Rettungssatz (Hydraulikaggregat, Spreizer, Rettungsschere und Rettungszylinder), Plasmaschneidgerät und Beleuchtungsballon ausgerüstet. Die Anschaffung dieser Geräte wurde u. a. nötig, da die neuen Automobile immer sicherer und mit stärkerem Material gegen Unfall ausgestatten werden. Diese Autos sind mit den alten Rettungsgeräten nur noch schwer bzw. mit erheblich längeren Rettungszeiten zu bearbeiten; im Notfall geht es jedoch um jede Minute!

Die Entwicklung der Leitern setzte 1761 mit der ersten Schiebeleiter ein, die der Münchner Wagnermeister Birner entworfen hatte. Zu dieser Zeit gab es in Schwaben nur Anlegeleitern. 1883 findet sich eine Aufstelleiter mit Stützen,

  • 4 große Anstelleitern
  • 6 Dachleitern
  • 6 Leitergabeln
  • 6 Gabelstangen

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1896 wird von Braun, Nürnberg, 1 Balanceleiter gekauft; 1902 eine Leiter mit Stützstangen um 80 Goldmark.
Eine Anhängeleiter AL 18 wurde 1960 beschafft, die noch bis 1978 in Gebrauch war. Die Anhängeleiter wurde 1975 von einer Drehleiter DL 30, Marke Magirus, abgelöst.

Im Dezember 1999 musste dieses Fahrzeug aus Altersgründen ausgemustert werden und wurde an die Freiwillige Feuerwehr Syrau verkauft. Als Ersatz wurde eine neue Drehleiter mit Gelenkteil (DLK23-12 GL CC) beschafft.
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1883 weist das Inventarverzeichnis 350 m Hanfschläuche aus. Nach den ursprünglichen Lederschläuchen sieht Herzog Karl August von Weimar in der Schweiz die ersten nahtlos gewebten Hanfschläuche und gründet eine Zwilchfabrik in Weimar, in der fortan nahtlose Feuerschläuche hergestellt werden. Gummierte Schläuche gibt es erst ab 1890, das ist 18 Jahre nach der Gründung der Schwaben er Wehr. Heute besitzt sie mehrere Kilometer Druckschläuche für ihre Einsätze.

Die Zeit, in der noch „Pfeifchen, Bollen, Roßhaarbuschen für den Helm und Signalhörner“ gekauft werden, ist mit Beginn des 1. Weltkrieges, 1914, vorbei. 1920 stand in einer Meldung an den Landesverband, bei 110 freiwilligen Männern und 305 (!) Pflichtfeuerwehrlern, dass die Fahrzeuge bereits mit „elektrischer Beleuchtung“ (Batterie) ausgerüstet sind. Damit war das Ende für den Kerzenankauf gekommen, mit denen die Fahrzeuge bis dahin beleuchtet waren, und der regelmäßig im Kassenbuch aufgeführt worden war.

Die Ausstattung mit Schutzhelmen begann nach dem „Siebziger Krieg“; 1871. Vermutlich waren Lederhelme bei den bayer. Truppen in diesem Krieg in Gebrauch und wurden dann an die Feuerwehren abgegeben. Die Feuerwehr Bruck kaufte noch 1894 solche Lederhelme. Schwaben weist 1901 das erste Mal den Kauf von Messinghelmen nach, die noch nach dem Krieg, 1946, getragen wurden, bis 1953 der Kauf von Wehrmachts-Stahlhelmen begann, die auf rot umgefärbt waren. 1960 gibt es die ersten Leichtmetallhelme. Jetzt sind Schutzhelme neuester Bauart nach EURO Norm in Gebrauch.

Ab dem Jahre 1902 wird laufend beim Kaufhaus Kumpfmüller oder beim Kaufmann Lippert Tuch für Feuerwehrjoppen gekauft, wobei das Tuch für 2 Joppen 10 Mark kostete. 1909 geht ein Gesuch von Bürgermeister Lippert und Kommandant Brenner an das kgl. Bezirksamt Ebersberg, um einen Zuschuss für die Anschaffung von 67 „vorschriftsmäßigen Uniformröcken“ a’ 14,80 Mark. Die Begründung lautete: „Die 1.124,80 Mark kann Schwaben allein nicht aufbringen, auch nicht die Fw.-Männer, von denen die meisten Fabrikarbeiter und Tagelöhner sind, und nicht zu den Bemittelten gehören“. Von 1911 liegt eine Rechnung des Schneidermeisters Reich über die Anfertigung einer Fw.-Joppe vor: Stoff 10,- Mark, Zutaten 4,- Mark, Arbeit 4,- Mark. Diesen Arbeitsaufwand für eine ganze Joppe möge man einmal in die heutigen Stundenlöhne umsetzen!

„Feuerschutzanzüge“, angefertigt aus amerikanischen Zeltplanen, gab es 1953 zu den Wehrmachtsstahlhelmen.
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2 verletzte Feuerwehrleute bei einem Brand 1993 in Markt Schwaben überzeugten auch die letzten Zweifler von der Notwendigkeit der Beschaffung einer hochwertigeren Schutzausrüstung. Seit 1995 werden nach den Schutzanzügen „Bayern 1 und 2″ Nomex-Schutzanzüge gekauft, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen.

1996 wurde von einigen Feuerwehrkameraden mit den Umbaumaßnahmen im Feuerwehrgerätehaus begonnen, da dieses nach 25 Jahren nicht mehr den Anforderungen entsprach. Die Umbauten umfassten den Ausbau von zwei Kellerräumen im Rathaus zum neuen Schulungsraum (Zwischenwand entfernt und Träger eingezogen), den Ausbau des Abstellraumes im Feuerwehrhaus zur Küche und die Einrichtung des alten Schulungsraumes als Florianstüberl. Das bisherige Florianstüberl steht jetzt der Jugend als Gesellschaftsraum zur Verfügung und die Wohnung des Feuerwehrhausmeisters wurde zur Kleiderkammer, zum Kommandantenbüro und Besprechungsraum umfunktioniert. Gleichzeitig steht das Bad der Wohnung (WC und Dusche) nun den aktiven Feuerwehrdamen zur Verfügung.

1998 erfolgte in der Fahrzeughalle der Einbau einer Abgasabsauganlage für die Einsatzfahrzeuge. Die Absaugung erfolgt über elastische, am Auspuff der Fahrzeuge aufgesteckte Schläuche, die sich automatisch abkoppeln, sobald das Fahrzeug die Garagen verlassen hat.

Anfang des Jahres 2000 wurde die inzwischen veraltete Atemschutzausrüstung auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Die bisherige Ausrüstung bestand aus Normaldruckgeräten, Baujahr 1980 u. 1990. Eine Fülle von Vorteilen,  die erhebliche Sicherheitsverbesserungen für den einzelnen Geräteträger darstellen, bewegte zur Umstellung auf Überdruckgeräte. Beschafft wurden nun Pressluftatmer BD96 der Firma Auer. Dank der anlässlich des Kreisfeuerwehrtages großzügig eingegangenen Spenden der Gewerbetreibenden konnte fast ein 1/3 der Anschaffungskosten hieraus beglichen werden.

Die Feuerwehr und ihr Sanitätsdienst

Da es auch früher bei Bränden immer wieder Verletzte gab, war ein Sanitätsdienst schon im Jahre 1877 innerhalb der Feuerwehren vorgesehen. Meist wurden dafür Ärzte, ausgebildete Sanitäter oder Bader herangezogen. Als Ausrüstung wurde ihnen eine einfache Sanitätstasche zur Verfügung gestellt. Doch die Anforderungen an den Sanitätsdienst sind durch die Motorisierung der Bevölkerung im Laufe der Jahre gewachsen. Häuften sich doch zunehmend Verkehrsunfälle mit teils Schwerverletzen, die durch die als erstes eintreffenden Kräfte der Feuerwehren vielfach erstversorgt werden mussten. Um diese Erstversorgung zu gewährleisten wurden die Feuerwehrleute im Bereich Sanitätsdienst immer besser geschult.

Deshalb gibt es auch in der Markt Schwabener Feuerwehr seit 2003 eine speziell auf die Belange der Feuerwehr abgestimmte medizinische Ausbildung. In einem Feuerwehrsanitäter- Lehrgang wurden etliche Kameradinnen und Kameraden in 80 Stunden geschult. Alle Teilnehmer wurden von einem Arzt geprüft und können somit als Feuerwehr-Sanitäter benannt werden.

Seit Dezember 2010 verfügt die Schwabener Wehr auch über ein hochmodernes Rettungsgerät. Das mechanische Reanimationsgerät LUCAS 2 wurde aus dem Erlös des Weihnachtsmarktes der Unternehmer beschafft. Es kann von den Rettungsdiensten zur Unterstützung einer Reanimation angefordert werden. Der nächste Schritt war dann die Einrichtung des First Responder mit den ausgebildeten Feuerwehrsanitätern.

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Seit 1. Januar 2012 ist der First Responder im Einsatz. Der in Markt Schwaben stationierte Rettungswagen und auch die Rettungswägen aus Ebersberg oder Erding können die gesetzlichen 15 Minuten Hilfsfrist auf jeden Fall einhalten. Der First Responder kann in einigen Fällen diese Hilfsfrist überbrücken, da die Rettungskräfte der Feuerwehr schneller vor Ort sind. Dadurch können lebensrettende Maßnahmen, z.B. bei Herzinfarkten, schneller eingeleitet werden und die Chancen den Patienten zu retten, erhöhen sich.

Um den First Responder auch finanziell unterstützen zu können, wurde ein Förderverein gegründet. Die Gründungsversammlung fand am 30. Juli 2012 um 19:00 Uhr in der Feuerwehr Markt Schwaben, Am Schlossplatz 4 statt. Der Förderverein „First-Responder Markt Schwaben“ wurde gegründet. Es waren die folgenden 13 Gründungsmitglieder anwesend:

Josef Huber, Wolfgang Wölfl, Nicolas Biebel, Sebastian Wagner, Andreas Stolze, Ralf Handschuh, Gottlieb Plank, Karsten Doll, Alexander Bivec, Katrin Huber, Peter Wierer und Wilfried Ferres.

Die Versammlung wählte folgende Vorstandschaft:

1. Vorsitzender: Christian Hankofer

2. Vorsitzender: Wolfgang Wölfl

Kassier: Wilfried Ferres

Schriftführer: Katrin Huber

1. Beisitzer: Sebastian Wagner

2. Beisitzer: Alexander Bivec

Kassenprüfer: Nicolas Bibel, Ralf Handschuh

 

Neubau Feuerwehrgerätehaus

2007/2008:

Die Feuerwehr beschäftigt sich nun intensiv mit der Planung eines neuen Feuerwehrgerätehauses.

Ein Gerätehaus-Team wird zusammengestellt, das in vielen Arbeitsstunden Informationen und Wissen sammelt. Bei etlichen Besichtigungen neuer Feuerwehrhäuser in der Umgebung können wertvolle Informationen zum praktischen Nutzen mancher technischen Einrichtungen erfasst werden. Mit dem Fachwissen der Teammitglieder und der umfassenden Recherche wird ein Plan für das neue Feuerwehrhaus erstellt. In enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Hache wird der Plan mehrmals überarbeitet.

2009:

In der Gemeinderatssitzung vom 15.09.2009 wird der Bauantrag zum Neubau
des Feuerwehrgerätehauses erteilt. Somit unterliegen der Gemeindeverwaltung die weitere Planung und die Ausschreibung der erforderlichen Arbeiten. Die Genehmigungsunterlagen für den Bauplan werden im Dezember 2009 dem Landratsamt Ebersberg zur Genehmigung vorgelegt.

Der Auftrag für die Errichtung der Baustraße mit Wasser- und Kanalleitungsverlegung wird in der Gemeinderatssitzung vom 03.11.2009 an die Fa. Brandl vergeben.

Die Arbeiten beginnen noch Ende November und sind im Februar 2010 abgeschlossen.

Am 16.11.2009 wird in der Haupt- und Bauausschusssitzung den Beschlussvorschlägen der Verwaltung für den Bebauungsplan zugestimmt.
Die Planer bekommen den Auftrag die beschlossenen Änderungen in den Bebauungsplan einzuarbeiten. In der nächsten Marktgemeinderatssitzung werden die Änderungen dann auch gebilligt. Anschließend wird der Bebauungsplan dem Landratsamt Ebersberg zur Genehmigung vorgelegt.

In der Marktgemeinderatssitzung vom 01.12.2009 wird der vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München überarbeitete Planungsentwurf für den Flächennutzungsplan vom Marktgemeinderat einstimmig gebilligt. Der Flächennutzungsplan wird zur Genehmigung an die Regierung von Oberbayern weitergeleitet.

2010:

In Absprache von Gemeinde und Feuerwehr wird der Baubeginn auf Anfang 2011 festgelegt.

Nun laufen die Planungen auf Hochtouren. Neben zahlreichen feuerwehrinternen Absprachen finden im 14tägigen Rhythmus Baubesprechungen mit der Gemeindeverwaltung, dem Architekten, den Fachplanern und Statikern statt.

Am 25. 11.2010 ergeht der positive Zuwendungsbescheid der Regierung von Oberbayern samt Zustimmung zum vorzeitigen Baubeginn. Somit ist von einer staatlichen Förderung in Höhe von rund 560.000 Euro auszugehen.

Im Dezember 2010 können die ersten Arbeiten an die Gewerke vergeben werden. So bekommt für die Erd- und Baumeisterarbeiten die Fa. Hoser aus Markt Schwaben den Zuschlag, für die kanaltechnischen Installationen die Fa. Weiher aus Alling.

2011:

Ab Januar werden laufend die ausgeschriebenen Arbeiten an die verschiedenen Firmen vergeben.

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Der Spatenstich zum neuen Gerätehaus erfolgt feierlich am 16. Februar 2011.

Nun beginnen sofort die Erd- und Baumeisterarbeiten.

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Auf Grund guter Witterung schreiten die Arbeiten zügig voran und der Bauzeitenplan kann ziemlich eingehalten werden. Dadurch wird der Rohbau bis zur Sommerpause weitgehend fertig gestellt und die Dach- und Stahlkonstruktionen werden ab August montiert.

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Ende September wird dann endlich Richtfest gefeiert. Unter großer Beteiligung vieler Kameraden und der Bevölkerung und mit musikalischer Umrahmung wird der traditionelle Richtspruch feierlich verkündet.

An der Fahrzeughalle werden die Tore eingesetzt und das Funktionsgebäude bekommt Fenster und Türen.

Ab Oktober finden die Außenputzarbeiten statt. Auch die ersten Innenarbeiten können beginnen. Der Beginn der Elektroinstallationen kann verbucht werden und kurz darauf auch der Start der Sanitär- und Heizungsarbeiten.

Anfang November werden die ersten Trockenbauwände eingezogen .Auch die ersten Kanalarbeiten starten. Mit dem Bau der Lüftungsanlage wird begonnen und vor Wintereinbruch bekommt noch die Fassade ihren Anstrich. Nun beginnt der Einbau der Innentüren und auch die Maler starten mit den Innenarbeiten. Trotz des kalten und langen Winter kann stets gearbeitet werden und so verläuft der Bau einigermaßen im Zeitplan.

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Noch vor Weihnachten wird der Estrich im Obergeschoß eingebracht und der neue Funkmast wird installiert.

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2012: Ende Januar wird der moderne Übungsturm an der Westseite der Fahrzeughalle aufgestellt.

Der Innenausbau schreitet derweil zügig voran. Ab März werden die ersten Deckenverkleidungen eingebracht und die Toiletten und Duschen gefliest. Auch mit der Verlegung des Natursteins im Treppenhaus und in den Fluren wird begonnen. Pünktlich zum Frühjahr starten auch die Arbeiten für die Außenanlagen.

Um der Bevölkerung einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren findet am 24.03.12 ein Info-Tag im neuen Feuerwehrhaus statt. Die Kommandanten führen durchs Haus und beantworten geduldig die Fragen der zahlreichen Besucher.

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Der Höhepunkt des Tages ist die Scheck-übergabe im Wert von 5000,- € der Fa. Gienger.

Im Mai wird der Boden der Fahrzeughalle verlegt sowie die Böden in den Schulungs- und Sozialräumen. Fortschritte sind auch im Bereich der Elektroinstallation zu erkennen. Woche für Woche schreiten die Arbeiten innen und außen, wie das Pflastern des Hofes, voran.

Im Juni wird durch Eigenleistung einiger fleißiger Kameraden die Absauganlage im alten Feuerwehrhaus abgebaut und mit vereinten Kräften im neuen Gerätehaus wieder eingebaut.

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Nach und nach können einzelne Fertigstellungen nach genauer Prüfung abgenommen werden. Da über die ganze Bauzeit ein wöchentliches Jour Fixe mit den Planern, Projektanten, den beteiligten Firmen, der Gemeinde und der Feuerwehr stattgefunden hat, konnten größere Probleme frühzeitig erkannt und gelöst werden.

Die letzten Ausschreibungen zur Inneneinrichtung sind auch veröffentlicht und es werden laufend Gerätschaften und sonstige nicht unbedingt mehr benötigte Dinge ins neue Feuerwehrhaus geschafft.

Auch ist Anfang Juli die Atemschutzwerkstatt für die Instandsetzung und Pflege der Atemschutzgeräte fachmännisch ins neue Feuerwehrhaus umgezogen. Durch das gute Vorankommen aller Arbeiten ist der endgültige Umzug ins neue Haus für Ende August vorgesehen.

 

Die innere Organisation unserer Aktiven

erfolgte – wie überall – nach den Richtlinien einer Bekanntmachung des kgl. Bezirksamtes Ebersberg von 1872, in „Steiger, Spritzmänner, Retter und Ordnungsmänner“, die bis zum 2. Weltkrieg Gültigkeit hatten. Ebenfalls gab es bis zu diesem Zeitpunkt die Pflicht-Feuerwehren, die unter dem Kommando der FFW standen. Verpflichtet waren alle Männer zwischen 18 und 55 Jahren. Die „Distrikts-Feuerlöschordnung“ von 1876 schreibt dabei vor, dass die Pflichtfeuerwehren an den Übungen der Freiwilligen Feuerwehren teilzunehmen haben „und bei unentschuldigtem Fernbleiben zur Strafeinschreitung unnachsichtig anzuzeigen sind“. In der Folgezeit gab es immer wieder Ärger mit den Pflichtfeuerwehrlern, weil viele Drückeberger unter ihnen waren. Nach dem Krieg änderte man diese Pflicht in eine „Feuerschutzabgabe“ um, die 1995 endgültig abgeschafft wurde.

Auch der Sanitätsdienst, (der von Ärzten, ausgebildeten Sanitätern oder „Badern“ ausgeführt wird) ist 1877schon innerhalb der Feuerwehr vorgesehen. Diesen Personen werden „Sanitätstaschen“ zur Verfügung gestellt.
Am 24.05.1928  befasste sich das Innenministerium mit der„ Unsitte der Abgabe von Freibier während der Lösch- und Aufräumarbeiten „. Mit den einschlägigen Bestimmungen sei es schwer in Einklang zu bringen, wenn häufig noch während des Brandes oder der Aufräumarbeiten, sei es auf Kosten des „Brandleiders“ oder gar der Gemeinde, in meist ausgiebigen Mengen Freibier verabreicht wird, „das bei Einzelnen, die das kostenlose Bier ausnützen, zur Trunkenheit führt“.

Brandinspektor Brenner meldet daraufhin, es seien ihm zwar keine Klagen über Ungehörigkeiten dieser Art bekannt geworden, trotzdem wäre es sehr wünschenswert, wenn die Unsitte eingeschränkt würde. Wenn auch das Gros der Mannschaften voll und ganz seine Pflicht tut, gibt es leider halt auch bei den Feuerwehren manche Elemente, die eine Gelegenheit, umsonst Bier trinken zu können, sehr willkommen heißen, meist dann zum doppelten Schaden ihrer Kameraden.

Dass es mit der Wasserversorgung im Brandfall Probleme gab, geht aus einem Schreiben der kgl. Versicherungskammer hervor, die die bestehende Wasserleitung für Löschzwecke als völlig unzureichend erklärte. „Im Privatbesitze des Brauerei- und Gutsbesitzers Brenner stehend, soll sie in 1/2 zölligen Rohren nur Wasser für Trink- und Wirtschaftszwecke liefern“. Das ist richtig, weil der Wasserturm ursprünglich nur für die Wasserversorgung von Oberbräu, Unterbräu und der „Post“ gedacht war und später auch „3/4 der Bewohner an die Brennersche Leitung angeschlossen werden und ganz zufrieden sind“, wie der Bürgermeister Sommer zurückschreibt. („Zufrieden“ konnten die Abnehmer wohl sein, bei einem Wasserpreis von 5 Mark pro Jahr!). Bgm. Sommer gibt noch an, es werden mit Brenner Verhandlungen über die Erhöhung des Wasserturmes und stärkeren Rohrleitungen geführt. Doch es kommen der erste Weltkrieg und die Inflation dazwischen und erst 1926 wird unter Bürgermeister Haas das Projekt neu aufgerollt. Am 24.02.1927 schreibt das Bezirksamt an die Versicherungskammer, dass die Verhandlungen wegen der Erbauung einer neuzeitlichen Wasserleitung soweit gediehen sind, dass nur noch die Geldbeschaffung zu regeln ist. Der Bau wird, wegen der großen Arbeitslosigkeit, als „Notmaßnahme“ durchgezogen, vergleichbar einer „ABM-Maßnahme“ der jetzigen Zeit. 1927 entsteht die Pumpstation, der Hochbehälter auf der„ Wittelsbacher Höhe“ und die Errichtung von Hydranten im Ortsbereich. Mit dem Bau der Wasserleitung und der Verteilung der Hydranten auf das Gemeindegebiet war nun eine flächendeckende Versorgung mit Löschwasser gewährleistet.

Die kgl. Versicherungskammer gibt sich nun auch zufrieden, denn es war nicht mehr nötig, „im Brandfalle das Wasser von den Behältern im Bräuhaus abzupumpen, was sehr viel Zeit erfordert`; wie sie 1913 noch feststellt. Die Antwort des Bürgermeisters Sommer war, dass die Wasserversorgung im Brandfalle so schlecht nicht sei, wie es dargestellt würde, weil mehrere Löschweiher und der Hennigbach zur Verfügung stünden. Dem Vorgang angefügt werden soll schließlich noch die Aussage eines Zeitzeugen, dass das Wasser für den Wasserturm dem Quellgebiet des Kirchweihers, aus einer Quellfassung, entnommen wurde. In der starken Strömung des Weihers befand sich ein Wasserrad, das mit einer Pumpe gekoppelt war. Damit erfolgte anfangs die Versorgung des Schlosses, mit dem Bau des Wasserturmes (1905) dann dessen Versorgung. Mit der Kanalisation und den Bauvorgängen rund um den Weiher in den 30iger Jahren verlor der Weiher sehr viel Wasser. Seine Strömung verminderte sich so sehr, dass die Anlage nicht mehr funktionierte. Der Weiher verschlammte.

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Die Feuerwehr im Krieg 1939 -1945

hatte auch in unserem Ort mit den kriegsbedingten Schwierigkeiten fertig zu werden. Die wehrpflichtigen Männer waren bei der Wehrmacht, das Benzin für die Einsatzfahrzeuge rationiert und eine Gerätebeschaffung nicht mehr möglich.

Schon 1939 begann die „Ausbildung der Hitlerjugend zum Feuerlöschdienst`; im Sprachgebrauch „HJ.-Feuerwehr“ genannt. Ursprünglich konnten Jugendliche ab 17Jahren der Freiwilligen Feuerwehr beitreten, aber auch dazu verpflichtet werden. Der Dienst in der Feuerwehr konnte sogar den Dienst in der Hitlerjugend ersetzen. Mit dem Jahre 1942 kommt die Anordnung, die HJ. in noch stärkerem Maße für den Feuerlöschdienst einzusetzen und in größeren Gemeinden „HJ.-Feuerwehrscharen“ zu bilden.

Das Landratsamt Ebersberg meldet am 27.10.1942 an den Reg.-Präsidenten von Obb.: „HJ.-Feuerwehren bestehen in Kirchseeon (18 Mann), Steinhöring (12 Mann), Markt Schwaben (9 Mann), Forstinning (9 Mann)“. Im gleichen Schreiben heißt es in Bezug auf die Alarmierung: „Die Alarmierung erfolgt nur noch in einigen Gemeinden durch Glockenschlag, da in den meisten Gemeinwesen die Glockenabnahme keine Glocke mit genügender Lautstärke zurückließ“. Es wurde wieder auf das altbewährte Horn und auf das Einsagen von Haus zu Haus zurückgegriffen. Nach dem Krieg übernahmen dann die Luftschutzsirenen, später die Funkwecker die Alarmierung.

1940 wurden alle Feuerwehrhäuser des Landkreises einer eingehenden Besichtigung seitens des Kreisführers der FFW, Ignaz Fuchs und eines Parteiorgans unterzogen, wobei Markt Schwaben in der Beurteilung sehr gut abgeschnitten hat. 1944 war vom Reichsführer der SS und dem Chef der Deutschen Polizei bei den Fw-Bereitschaften des Landkreises die Einrichtung eines „Notdienstes“ befohlen worden. Im gleichen Jahr ergeht der Befehl an die Landräte, Feuerwehrhelferinnen auszubilden. Kreisführer Fuchs schickt eine Liste mit Namen von 9 Gemeinden an den Landrat. Markt Schwaben ist nicht darunter.

Von nun an erfolgen laufend Meldungen an das Landratsamt Ebersberg über die Brandeinsätze in München. Unsere HJ-Feuerwehr hatte bis zum Kriegsende Löscheinsätze zu leisten, aber auch die anderen Gemeinden wurden zur Hilfe für das zerbombte München herangezogen.

Brände in Markt Schwaben

Ein Kuriosum sei dem Kapitel „Aktive Feuerwehr“ noch angefügt. Im Jahre 1913 brannte es in Schwaben so häufig, dass sich sogar die Zeitung „Münchner Neueste Nachrichten“ damit befasste. Aus der Sicht der Schwabener Gendarmerie stellt sich die Situation in einem Schreiben vom 2. Mai 1913 an das kgl. Bezirksamt Ebersberg so dar:

„Am 01.05.1913 mittags gegen 11 Uhr 50 entstand im Anwesen des Bauern Peter Greppmeier in Schwaben Feuer, und brannte der Stadel, Viehstall und das angebaute Wohnhaus, sowie eine Wagenschupfe vollständig nieder. Das Feuer ging auch auf das benachbarte Wohnhaus des Postboten Anton Schmalzl, dahier, über, welches ebenfalls bis auf die Umfassungsmauern niederbrannte, und sind die Habseligkeiten des Stationsdieners Franz Kiermeier und der Tagelöhnerin Ursula Kölbl, sowie des Sägers Josef Derzmann und Max Schlehubers mit verbrannt. Es waren 8 Feuerwehren am Brandplatz. Vorsätzliche Brandstiftung liegt vor…“.

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Das ist der Beginn einer Reihe von Brandstiftungen, die aus den Unterlagen im Staatsarchiv München hervorgehen. Die Panik, die in Schwaben dieser Brandfälle wegen im Ort ausgebrochen war, schildert plastisch der oben erwähnte Bericht in den „Münchner Neuesten Nachrichten“. Das kgl. Bezirksamt Ebersberg fordert deshalb wegen sieben hintereinanderliegender Brandstiftungen bei der kgl. Gendarmerie von Oberbayern Verstärkung der Gendarmeriestation Schwaben an.

Im Dezember 1913 geht der Gendarmerie der mutmaßliche Brandstifter ins Netz, der in der „Heiß’schen Kiesgrube“ außerhalb von Schwaben festgenommen wird. Trotzdem brennt es im Februar 1914 noch einmal, festgenommen wird allerdings der Hausbesitzer selber. Damit scheint Ruhe eingetreten zu sein, denn die Verstärkung der Gendarmeriestation wird zurückgezogen.

In die Zeit der 1930iger Jahre scheint die zweite Serie von Brandfällen und Brandstiftungen zu gehören. Die Besitzer von Anwesen schienen der Meinung zu sein, dass sie nun lange genug Brandversicherungsbeiträge bezahlt hätten. Dazu kam der ruinöse Zustand vieler Gebäude, so dass im Sprachgebrauch das sprichwörtliche clip_image047

„Aufbrennen“  die Runde machte. Wann die Brandversicherungspflicht eingeführt worden ist, lässt sich nicht ermitteln. Jedenfalls veranlasste bereits 1836 eine staatliche Verfügung die Gemeinden, eine „Aufforderung zur Einschreibung in die inländische Brandversicherungsanstalt der Immobilien“ bekannt zu geben. 1926 sah sich die Bayer. Versicherungskammer veranlasst darauf hinzuweisen, dass die Brandschäden in erheblichem Maße zugenommen haben und der tägliche Versicherungsfall von 22.000 RM auf 33.000 RM gestiegen ist. Es werden Gebäudeteile, die vom Feuer verschont waren, während des Löschgeschäftes, wie auch nachher, absichtlich beschädigt und eingerissen, teils, um die Entschädigung zu erhöhen, teils, um Arbeit zu beschaffen. Die Versicherung spricht von einer „Brandseuche“ und kündigt an, solche Schäden nicht mehr anzuerkennen.
Im Zusammenhang mit Brandgeschädigten soll von einer Einrichtung gesprochen werden, die bis in die 30iger Jahre üblich war, von den „Brandkollekten“. Der Geschädigte konnte beim Bezirksamt Ebersberg ein Gesuch einreichen und erhielt dann einen Erlaubnisschein ausgestellt, auf dem Zeitraum und Gemeinden angegeben waren, in denen der Antragsteller Gaben an Baumaterial und Geld sammeln durfte. In aller Regel waren das die Heimatgemeinde und die umliegenden Gemeinden. „Brandbettel“ hieß der Vorgang im Volksmund. Der Schein war von einem Monat bis zu einem halben Jahr gültig und musste dann zurückgegeben werden. Auch Schwabener Antragsteller waren darunter. „Die Sammlung darf eine Belästigung der Bevölkerung nicht mit sich bringen “ heißt es dabei. 1927 wird ein Antrag abgelehnt, „weil die Zahl der Brandfälle im Bezirksamt eine außerordentlich große ist“. Die „Brandseuche“ hatte sich demnach im gesamten Landkreis ziemlich ausgebreitet.

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Abschließend sei noch der tragischste Einsatz erwähnt, den unsere Wehr zu leisten hatte. 1962 stürzte in der Nähe des Ortes, nahe der „Wolfmühle“, ein amerikanisches Flugzeug ab, wobei es 26 Tote gab, die mit den Flugzeugteilen im ganzen Bereich verstreut waren. Es gab viele Spekulationen um dieses „Spionageflugzeug“,  das angeblich beim Überfliegen des „Ostblocks“ über tschechischem Gebiet angeschossen worden sei. Der Markt Schwabener Feuerwehrchronik liegt ein Dankschreiben der „SECURITYCOMPANY- US Forces“ vom 14. Juni 1962 bei, an den „sehr geehrten Herrn Feuerwehrhauptmann Anton Wagner“, in dem sich der Kommandant ALBERT B. DOYON bedankt „für die wertvolle Unterstützung durch Ihre Feuerwehr“ und seine Anerkennung ausspricht. Typisch für die Stimmung dieser Zeit ist der Satz: „Das war wieder ein hervorragendes Beispiel deutsch-amerikanischer Zusammenarbeit und Freundschaft, in einer Zeit, wo diese für unsere beiden Länder lebensnotwendig ist.”

Die Feuerwehr als Verein

Weniger spektakulär als die aktive Tätigkeit verläuft bei der Feuerwehr die Vereinstätigkeit. Hier stützen sich die Aussagen auf das Protokollbuch und die Kassenbücher des Vereins. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das erste Protokollbuch erst von 1919 an vorliegt, also 47Jahre nach Gründung der Feuerwehr. Das oder die vorhergegangenen Bücher müssen irgendwann verloren gegangen sein. Die Eintragungen im Kassenbuch beginnen auch erst sieben Jahre nach der Gründung, diese allerdings mit einem erfreulichen Ereignis: dem Feuerwehrball. Daraus ist ersichtlich, dass von 1879 an bis 1894 jedes Jahr in der Faschingszeit ein Ball abgehalten worden ist. Der Ball fand im Saal des Postwirtes statt, in dem 150 Plätze zur Verfügung standen, wie der Kauf von 150 Ballkarten im Schreibwarengeschäft Sommer ausweist. Der Eintritt war offensichtlich frei, es ist nur von „Ballbeiträgen“ die Rede, zwischen 20,- und 30,- Mark, die offenbar gespendet waren.

Der umfangreiche „Stoff“  der Chronik ist auch hier, wie in den vorangegangenen Abschnitten, nur auszugsweise wiedergegeben. Trotzdem soll erwähnt werden, dass man 1891 für die „Bestreitung“ der Musik anlässlich der Feier des 70. Geburtstages des Prinzregenten Luitpold 13,- Mark ausgegeben hat, 1895 für ein „Erinnerungsfest“ der „Feldzugssoldaten“ vom 70iger Krieg 11,04 Mark und für eine „zweite Standarte“ im Jahre 1898 140,- Mark.

Nach dem ersten Weltkrieg 1919 beginnt das Protokollbuch mit dem Eintrag: „Nach 4 ½ Jahren Kriegszeit war dies wieder die erste ordentliche Versammlung und eröffnete Herr Vorstand Brenner dieselbe“. Es geht weiter: „Im Jahre 1914 zählte der Verein 31 Mitglieder über 25 Jahre Dienstzeit, welche nicht mehr beitragspflichtig sind, und 104 zahlende Mitglieder“. 1918 waren es nur mehr 27 zahlende Mitglieder.

Hier ist auch schon von den Übungen die Rede, die 1919 auf vier Übungen im Jahr, an den Sonntagen, festgesetzt waren. Ab 1937 hat man die Anzahl der Übungen auf 6 erhöht, auch an den Sonntagen, teils um 12 Uhr, teils um 19 Uhr. Ab 1946 ist dann die Bekanntgabe der Übungen, die auch an Werktagen stattgefunden haben, über die Gemeindetafel erfolgt.

Die Beitragspflicht ist auch ein immerwährendes Thema in den Versammlungen. 1921 wird der bisherige Beitrag von monatlich 10 Pfennigen auf 20 Pfennige erhöht, 1924 wird er wieder auf 10 Pfennige zurückgesetzt.  Problematisch war die Beitragseinhebung im Inflationsjahr 1923. Nun waren die Feuerwehren das, was sie sich immer gewünscht hatten: Millionäre. In diesem Jahr sind 109 Millionen Mark an Beiträgen einkassiert worden, der Kassenbestand betrug bereits 13 Millionen Mark. Pro Mann und Jahr waren eine Million Mark an Beitrag zu entrichten. Das Protokollbuch sagt aus: „Der noch für 1922 zu erhebende Beitrag wird auf den Wert von 1/2 Liter Bier festgesetzt“. Mit dem Bierpreis stieg naturgemäß auch der Beitrag. Der „Spuk“ findet mit der Einführung der „Rentenmark“ im November 1923 ein Ende, worauf sich der Beitrag 1924 wieder auf 1,20 Rentenmark einpendelt.
Ab 1949 war der Jahresbeitrag wieder 1,20 DM, die der Vorstand Wurm damit begründete, dass die Feuerwehr auch ein Verein sei, weshalb auch ein Beitrag erhoben werden muss, und der solle „pro forma“ monatlich 10 Pfg. sein. 1955 wird er für Aktive auf 1,80 DM, für Passive auf 3,- DM erhöht. 1978 erhöht sich der Beitrag auf 5,-DM. Im Jahre 2015 beträgt der Beitrag für aktive Mitglieder 10,- Euro.

An besonderen Festen

in unserem Vereinsleben sollen hervorgehoben werden:

1933 das 60jährige Gründungsjubiläum des Vereins, verbunden mit einem Bezirksfeuerwehrtag. An Unkosten entstanden dabei für die Musik 125,-Mark, für einen Lorbeerkranz 10,- Mark, für Aufführungsrechte an den Rubinverlag (wahrscheinlich für ein Theater) 4,-Mark.

1947 feierte die FFW Markt Schwaben ihr 75jähriges Bestehen in Verbindung mit einem Kreisfeuerwehrtag.

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1952 ist das 80jährige Stiftungsfest mit Weihe der neuen Fahne. Patenverein war Poing. Die Fahne kostete 1.200,- DM, die Stange 170,- DM, die Spitze 80,- DM, Ring und Hülle 56,- DM, die Schärpe 9,- DM.

1962 war die Feier des 90jährigen Gründungsfestes. 1972 ist die 100Jahrfeier, zusammen mit einem Volksfest.

Im „Dritten Reich“ ist auch die Feuerwehr als Verein aufgelöst worden. 1938 gab Bürgermeister Schweiger in der Versammlung bekannt, dass die FFW nunmehr in die Gemeinde eingegliedert sei „und somit aufgehört hat, ein selbständiges Institut zu sein“. Während des Zweiten Weltkrieges finden auch keine Versammlungen mehr statt. Erst 1946 wird im Gasthaus „Post“ eine Neugründungsversammlung abgehalten. „Es meldet sich wieder eine neue Truppe als Feuerwehrmitglieder“, steht im Protokollbuch. Nunmehr beginnt ein florierendes Vereinsleben. Die Vorstandschaftswahl 1948 hat folgendes Ergebnis: Anton Wagner, Kommandant, Georg Wurm, Vorstand, Bacher Josef sen., Zeugwart und Altmann Franz, Vereinsdiener.

1953 beginnen sich die „Floriansfeiern“ einzuführen. Sie waren für lange Jahre unter Beteiligung

anderer Vereine eine feste Einrichtung. Mit schöner Regelmäßigkeit wiederholen sich dabei die Schreiben an die Spatenbrauerei um Freibier. Sie werden dann, unter dem Kommandanten Schmitt, zum „Frühschoppen“ und „Floriansabend“ im „Florianstüberl“ umfunktioniert, nachdem ab 1972 ein neues Feuerwehrhaus zur Verfügung stand.

Auch die Faschingsbälle begannen nach 1946 wieder aufzuleben, bis 1978 Vorstand Freistätter in der Versammlung mitteilt, der Ball habe erstmals mit einem Defizit von 500,- DM abgeschlossen. Das endgültige Ende der Bälle war damit gekommen.

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1977 begann Kommandant Schmitt von der Einrichtung eines Funktisches zu sprechen, der dann unter Kommandant Bacher 1978 verwirklicht und unter seiner Initiative und vieler anderer freiwilliger Helfer in Betrieb genommen wird.
Inbetriebnahme des modernen Funktisches durch Landrat Beham
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1976 sind zum ersten Mal die Wehrersatzdienstleistenden im Protokoll erwähnt. In diesem Jahr nahmen auch die Sommer-, Herbst- bzw. Weinfeste und  Weihnachtsfeiern ihren Anfang. Der erste Ausflug war bereits 1974 gestartet.

Unter dem Kommandanten Schmitt und Vorstand Freistätter sind 1978 noch das Maibaumaufstellen und die Maibaumfeste, zusammen mit dem Trachtenverein, dazu-gekommen.

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Im Sommer 1990, nach der Beseitigung der Mauer und des Sperrgürtels um die „DDR“ (Deutsche Demokratische Republik), hat die Jugendfeuerwehr unter dem Jugendwart Joseph Riexinger ihre Fühler nach Osten ausgestreckt und einen Besuch bei der Feuerwehr von Plauen im Vogtland organisiert. Ein Gegenbesuch erfolgte im gleichen Jahr.

1991 haben sich dann die „Aktiven“ bei einem Ausflug über zwei Tage zu einem Besuch bei den Plauener Feuerwehrlern aufgemacht, die ebenfalls einen Gegenbesuch abstatteten.

Um das neue Feuerwehrhaus einzuweihen findet vom 21.-23.09.2012 ein großes Fest im neuen Gerätehaus statt. Da in das Jahr 2012 das 140jährige Bestehen der Feuerwehr Markt Schwaben fällt, wird auch dieses Jubiläum gefeiert. Es wird Führungen durch das neue Haus sowie verschiedene feuerwehrtechnische Demonstrationen geben. Für die Unterhaltung am Abend sorgt der Auftritt der bekannten Showband „Starshine“. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt.

Am 28. Juli 2013 fand im neuen Feuerwehrhaus ein Tag der offenen Tür statt, um der
Bevölkerung einen Einblick in das Leben der Feuerwehr zu ermöglichen. Wie schon bei der Einweihung im Jahr zuvor fanden wieder Führungen durch das Gerätehaus statt sowie feuerwehrtechnische Vorführungen statt. Die Bevölkerung erschien zahlreich.
Im September 2013 wurde der Maibaum umgelegt, begleitet von einer Maibaum-Umlegefeier.
Am 1. Mai 2014 konnte in Zusammenarbeit mit dem Trachtenverein ein schöner neuer
Maibaum aufgestellt werden. Wieder einmal sind zahlreiche Besucher erschienen.
Da der Tag der offenen Tür bei der Bevölkerung sehr beliebt ist, wurde im Jahr 2015 am 11. Juli ein weiterer Termin angesetzt. Viele interessierte Bürger sahen sich im Feuerwehrhaus um,die Kinder tummelten sich in der Hüpfburg oder versuchten erste Löschversuche mit der Kübelspritze. Die Vorführung einer bei großer Hitze explodierenden Spraydose beeindruckte viele Zuschauer. Ebenso beliebt waren die Rundfahrten mit dem alten LF8, das unzählige Male seine Runde durch die Marktgemeinde drehte.

Die Vereinsvorstände waren:

  • Gründungsvorstand Joseph Heilmaier von 1872 bis 1893
  • Bürgermeister Johann Lippert von 1894 bis 1913
  • Guts- und Brauereibesitzer Mathias Brenner von 1913 bis 1933
  • Mechanikermeister Joseph Weindl von 1934 bis 1945
  • Glasermeister Georg Wurm von 1946 bis 1959
  • Friseurmeister Bernhard Freistätter von 1959 bis 1985
  • Kaufmann Heinrich Schmitt von 1985 bis 1994
  • Friseurmeister Joseph Riexinger von 1994 – Nov. 2001
  • Maschinenschlosser Jürgen Schwab vom Nov. 2001 – Jan. 2007
  • Dipl. Informatiker Franz Schiegl von Jan. 2007 – Jan. 2011
  • Landschaftsgärtner Andreas Stolze von Jan. 2011 – Jan. 2015
  • Karsten Doll ab Jan. 2015